Auf welcher Seite stehst Du eigentlich?

 

Seit einiger Zeit zeichnet sich ein Konsens unter den Teilnehmern in meinen Seminaren und Vorträgen ab: im israelisch-palästinensischen Konflikt wird es keine Lösung mehr geben. Das mag im ersten Moment nach einer Binsenweisheit klingen, aber die meisten haben noch eine zweite Erkenntnis: eine der beiden Seiten ist Schuld. Und das ist der Punkt, an dem es interessant wird.

Die Begeisterung, mit der die meisten Deutschen (und Europäer) dem sogenannten Friedensprozess in den 90ern begegneten, ist längst verraucht. Stattdessen hat die Verhärtung der Positionen zwischen Israelis und Palästinensern gewissermaßen zur Aufteilung geführt.

Plötzlich sind wir alle Israelis und Palästinenser.  Und wenn man den Menschen zwischen Tel Aviv und Jericho erzählt, wie krass diese "deutschen" Positionen im Konflikt mitunter sind, reagieren nicht wenige überrascht. Seite an Seite mit den Israelis oder den Palästinensern bedeutet für manche Aktivisten schon mal, den anderen um so härter zu beschuldigen.

Was heißt das jetzt? Nun, wenn wir annehmen daß die Lösung dieses Konflikts eine internationale Vermittlung und Unterstützung benötigt, müssen wir gewissermaßen einen Schritt voranstellen. Wir müssen die Bevölkerung hier vor Ort davon überzeugen, daß diese Aufteilung in Pro-Seiten fatal ist für die Aussöhnung. Daß eine Rückkehr an den Verhandlungstisch erst dann möglich wird, wenn die internationale Öffentlichkeit auf der richtigen Seite steht. Nicht Pro-Israeli. Nicht Pro-Palästinenser. Pro-Solution - wunderbar auf den Punkt gebracht von Huffington Post-Bloggerin Melissa Weintraub.

 

Also: Wo stehen Sie?

 

Kommentar schreiben

Kommentare: 0