Zeigt Werbung zu wenig?

Und wenn ja, wer entscheidet was schön ist und was schlicht und einfach zu dünn?

Es geht um eine Debatte, die so schon viele Jahre läuft, ohne tatsächlich voranzukommen: Was tun mit einem Schönheitsideal, das Models regelmäßig an den Rand gesundheitsgefährdender Magersucht führt?

Modewelt und Medien haben regelmäßig auf die Selbstbestimmung des Publikums verwiesen. Wenn die Mehrheit der Leserinnen und Leser die "Magermodels" ablehnen würde, müsste sich der Markt anpassen. Immerhin würden weder Kunden noch Models gezwungen, sich diesem "Schönheitsideal" zu beugen.

Nach einigen Versuchen freiweilliger Selbstbeschränkung können wir mittlerweile feststellen: Das Vertrauen auf das liberale Prinzip individueller Vernunft hat in der Modewelt versagt. Im Gegenteil: nach einem kurzen medialen Aufschrei sind Magermodels auf den Catwalks dieser Welt wieder auf dem Vormarsch.

Israel zieht jetzt eine rabiate Notbremse: Im Kampf gegen gesundheitsschädliche Magersucht wird die modelnde Figur juristisch geregelt (unter anderem in der Welt nachzulesen). Sowohl das werbende Medium als auch das Model müssen nun einen ausreichenden BMI gemäß UN-Standards nachweisen. Ein erster Schritt in die richtige Richtung, meinen die einen. Eine falsche Maßnahme gegen die individuelle Selbstbestimmung die anderen.

Interessanterweise muss nun in Israel auch ausgewiesen werden, wenn Werbefotos im Nachhinein manipuliert werden. Sollte das bedeuten, daß in Zukunft tatsächlich echte Models die Cover ausfüllen?

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