Kartenspiele im Nahen Osten - Frieden ist doch verständlich?

Wenn Kartenspiel immer so einfach wäre...
Wenn Kartenspiel immer so einfach wäre...

Da hat mich das Magazin The Atlantic wirklich fundamental überrascht: auf den Internetseiten startet eine vierteilige Serie zu den Kernthemen der Friedensverhandlungen zwischen Israelis und Palästinensern. Und so sehr es mich auch schmerzt dies zu sagen: diese Kurzfilme erklären die Lage so prägnant und konzise, daß einem die Spucke wegbleibt!

Ich gebe es hiermit zu: Diskussionsbeiträge auf Vorträgen, die meinen eine einfache Konfliktlösung für die Verhandlungen zwischen Israel und den Palästinensern parat zu haben, pflege ich gerne abzuwatschen. Let's face it - Jerusalem ist voll mit "Experten", die die Ursachen des Konflikts in zehn Minuten und die Lösung des ganzen in fünf erklären können. Ernst zu nehmen ist keiner von ihnen.

Das Problem liegt schlicht in den stark unterschiedlichen Narrativen beider Seiten. Je nach politischer Richtung lassen einen Kommentatoren glauben, daß entweder die eine oder die andere falsch liegt. Leider liegen wir falsch - beide Wahrheiten sind völlig berechtigt und zu akzeptieren. Denn es geht nicht um die richtige Auslegung der Geschichte. Es geht darum, beide Realitäten übereinander zu legen und zur Deckung zu bringen.

 

Und wer nun die Serie des Atlantic verfolgt, wird eines schnell feststellen: auch wenn gerade im Moment die Fronten unversöhnlich scheinen und keiner nachgeben will - die Kompromisse liegen bereits auf dem Tisch. Wie ein verhandelter Frieden mit einer Zweistaaten-Lösung aussehen würde, wissen wir nun. Die Bereitschaft, sich von symbolhaften Positionen der Sturheit wegzubewegen, fehlt uns noch.

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