It's the culture, dammit!

Israelis und Deutsche passen in vielen Branchen hervorragend zusammen. Deutsche Konzerne sind in vielen Branchen innovationsführend - Pharma, Solartechnologie, Biotech. In genau diesen Bereichen dockt Israels Geheimwaffe an: der Start-Up. Gerade in forschungsintensiven Bereichen zeigt sich immer wieder, daß Israels Jungunternehmer immer passende Produkte für den deutschen Markt finden - und deutsche Unternehmen auf der Suche nach einem strategischen Zukauf immer öfter in Israel fündig werden. Beweis gefällig: Mit dem Zukauf der israelischen Solel ist Siemens Technologieführer auf dem Gebiet der Solarthermie geworden.

 

Und doch hakt es immer wieder im Getriebe. Nach anfangs guten Gesprächen schlafen die Kontakte ein, wird über mangelnde Zusammenarbeit geklagt. Dabei machen beide Seiten oft den gleichen Fehler: Sie unterschätzen die Unterschiede in der Geschäftskultur beider Länder.

Da rufen Deutsche am Freitag und Israelis am Sonntag an und ärgern sich darüber, daß keiner rangeht. Wenn Deutsche einen Termin in Israel ausmachen, wundern sie sich oft über mangelnde Organisation und setzen sie - irrtümlich - mit mangelndem Interesse gleich. Israelis hingegen erwarten bereits nach dem ersten Zielgespräch in Deutschland erste Kooperationsvereinbarungen und sind dann enttäuscht, wenn der deutsche Gesprächspartner erst einmal prüfen will.

 

Dabei können Unternehmer beider Länder auch in diesem Bereich voneinander lernen. Wenn der deutsche Unternehmer Pioniergeist und Kreativität aus der Geschäftsbeziehung mitnimmt, der Israeli seinerseits Entschlossenheit und Geduld, stehen den Wirtschaftsbeziehungen eine große Zukunft bevor.

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