Den Kaufmann interessieren keine Staatsquengeleien

Es ist eine kleine Nachricht. Eine, die man gerne "Randmeldung" nennt. Und doch sagen diese nüchternen Zahlen viel mehr aus als "nur" gute Aussichten für zwei Volkswirtschaften.

Das israelische Business-News-Portal Globes meldet nämlich, daß die Türkei im ersten Handelsquartal zum drittwichtigsten Export-Partner Israels aufgestiegen ist.

 

Moment. Türkei? Wir hatten uns doch gerade erst von den Marmara-Wellen erholt. Von den Aufregern um Erdogan und die Solidaradressen in die arabische Welt. Das türkisch-israelische Verhältnis sei nachhaltig beschädigt. Und nun 73% mehr Absatz im Vergleich zum Vorjahresquartal?

Selbstverständlich. Israel und die Türkei sind prosperierende Volkswirtschaften im Nahen Osten, die sich schon lange Europa näher fühlen als Arabien, und beide Staaten versuchen durch intensive Handelsbeziehungen diese Annäherung zu vertiefen. Beide haben ein Assoziierungsabkommen mit der EU. Dazu kommt, daß beide Märkte zusammenpassen: Israel bietet IT-Strukturen und Sicherheitssysteme, beides hat in der Türkei großes Potential. Die Türkei empfiehlt sich als Werkbank für Grundstoffe und verarbeitete Ressourcen.

 

Es tut sich etwas im Nahen Osten, fernab jeder Aufgeregtheit. Istanbul und Tel Aviv haben im Moment wesentlich mehr gemeinsam als Ankara und Jerusalem.

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